Wenn man sich die Geschichte unserer Wohnung anschaut, dann könnte man meinen, dass einige Höhlenmenschen echte Trendsetter waren: Sie waren die ersten, die ihre Wände dekorierten. Nun malen wir heute nicht mehr unsere Jagdbeute auf Felsen, aber die Wand hat wieder eine Bedeutung bekommen. Wir sind eigentlich froh, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Wände nur ein statisches Element waren und die Stiefkinder der Inneneinrichtung. Von den bunten 70 Jahren einmal abgesehen, in denen fast alles orange, braun und weiß gemustert war – auch unsere Wände – haben wir lange Zeit der Wand den Rücken zugekehrt.
Dabei sollten wir doch eigentlich wissen, dass Einfarbigkeit nicht alles ist. Wie gut, das es jetzt ein so umfangreiches Tapetenangebot gibt. Wir freuen uns immer, wenn wir neue Idee entdecken, die eine Wohnung oder ein Haus verschönern. Eine gute Tapete kann ein Zimmer größer oder kleiner machen, dunkler oder heller, freundlicher oder auch feindlicher. Heute sind Tapeten und alle Formen der Wanddekoration wieder ein white wallsernst genommenes Element der Innenarchitektur. Selbst weiße Wände gibt es – für Nostalgiker – heute bahnenweise geschnitten, und neulich haben wir eine aufgedruckte Raufaser-Tapete gesehen. Dabei fordern wir nicht, dass jede Wand jetzt bemustert sein muß. Oft ist weniger mehr, und gerade hier setzen Tapeten einen Kontrapunkt zum Rest. Unsere Welt ist deshalb so bunt, weil sie aus Mustern besteht und deswegen fühlen wir uns so wohl, wenn wir Muster auch zuhause haben. Ein paar Blumen hier, ein paar Linien dort, eine Struktur im Schlafzimmer und eine Fototapete fürs Kinderzimmer – Abwechslung heißt für uns auch Wohlfühlen. Tapeten machen auch weniger Mühe wenn man sie auswechseln will und machen es einfach, sein Heim immer wieder neu zu verschönern und mal etwas anderes ausprobieren. Die Kosten sind recht gering, aber man bekommt eine Menge Design und Kreativität dafür. Und letztlich sind sie auch Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.